Freiarbeit
"Arbeit" ist in der Entwicklung des Kindes von zentraler Bedeutung. Unter "Arbeit" verstehen wir dabei insbesondere bei kleineren Kindern "intensive Tätigkeit".
Die zentrale Arbeitsform vom Kinderhaus bis zum Ende der Schulzeit ist die Freiarbeit. Da Freiarbeit eine Form der indirekten Erziehung ist, wird das Kind bzw. der Jugendliche nicht durch direkte Anweisungen der Pädagogen, sondern durch die gesamte Lernumgebung zum selbstbestimmten Lernen angeregt. Die wesentlichen Bedingungen der Freiarbeit sind die freie Wahl und die Arbeit. Das Kind ist frei in der Wahl des Gegenstands, des Ortes, der Sozialform und der Zeit innerhalb eines vorgegebenen Rahmens. Arbeit bedeutet, dass es sich ausdauernd und engagiert einlässt auf das, was es gerade tut. Die Arbeit verlangt volle Konzentration. Eine begonnene Arbeit wird zu Ende geführt. Die Arbeit ist eine Herausforderung für das Kind oder den Jugendlichen und ermöglicht ihm Lernzuwachs und Entwicklung.
Damit die Ziele der Freiarbeit erreicht werden können, gestalten und pflegen die Pädagogen die vorbereitete Umgebung und sorgen für eine ruhige und entspannte Arbeitsatmosphäre. Um in freier Arbeit mit dem Montessori-Material arbeiten zu können ist es notwendig, dass die Kinder und Jugendlichen das Material kennen. Deshalb werden sie in fachgerechten Einführungslektionen damit vertraut gemacht.
Weitere Aufgaben aus Lehrgängen und Büchern können die Materialarbeit in der Schule ergänzen. Da das Prinzip des "Lernens durch Lehren" einen hohen Stellenwert hat, bereiten die Kinder während der Freiarbeit häufig Referate vor.
